Projekte – MIRACUM

Das BMBF-geförderte Großprojekt MIRACUM (Medical Informatics in Research and Care in University Medicine) vereint zehn Universitätsklinika, zwei Hochschulen und einen Industriepartner aus sieben deutschen Bundesländern. Ziel ist es, die Vielzahl der klinischen Daten z.B. aus bildgebender Diagnostik oder genetischen/ molekularen Untersuchungen über modular aufgebaute, skalierbare und föderierte Datenintegrationszentren für innovative Forschungsprojekte nutzbar zu machen.

Zentral ist hierbei der Aufbau und die Vernetzung dieser Datenintegrationszentren an den Kliniken, und die Etablierung von Software-Lösungen, die anhand von spezifischen Anwendungsfälle, so genannten Use Cases getestete werden, die im Folgenden beschrieben werden.

Der Aufbau der Datenintegrationszentren an den einzelnen MIRACUM-Standorten basiert auf einem Ökosystem an Einzelkomponenten (bezeichnet als MIRACOLIX), welche im Konsortium jeweils von einzelnen Standorten (weiter)-entwickelt und ausgebaut werden. Zu den Lösungen, die im IMI entwickelt werden gehört CC-FS zur föderierten Suche, MDR und die Projektskizzensoftware ProSkive.

Verantwortliche IMI: Univ.-Prof. Dr. Holger Storf, Dennis Kadioglu

Projektwebseite: https://www.miracum.org

Gefördert 01.01.2018-31.12.2022 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

 

Use Case 1

Alerting in Care – IT Support for Patient Recruitment

Im Rahmen des Use Case 1 wird das Ziel verfolgt, an jedem Universitätsklinikum entsprechende Patienten-Rekrutierungsplattformen in die Krankenhausinformationssysteme (KIS) / Klinisches Arbeitsplatzsystem (KAS) zu integrieren. An jedem Standort soll ein Studienregister aufgesetzt werden, um eine Datenbank mit Metainformationen zu führen. Die Rekrutierung folgt anhand der Ein-/Ausschlusskriterien. Die Dokumentationsqualität und Vollständigkeit der herangezogenen Datenelemente werden kontinuierlich mithilfe regelmäßiger Evaluationen und Rückmeldungen verbessert.

Verantwortliche IMI: F. Betül Altun

 

Use Case 2
– From Data to Knowledge – Clinico-molecular predictive knowledge tool

Das Ziel des Use Case 2 ist es mit Hilfe der Datenmengen, die im Gesundheitswesen entstehen, valide Prädiktionsmodelle zu etablieren und diese dann schnellstmöglich in den Klinikalltag zu integrieren, um Ärzte in diagnostischen und therapeutischen Fragestellungen zu unterstützen. Dies passiert mittels FHIR-basierter, in die jeweiligen KIS-Umgebungen eingebetteter SmartApps. Der klinische Fokus des Use Case 2 des Konsortiums liegt hierbei zunächst auf Asthma/COPD und Patienten mit Hirntumoren.

Verantwortliche IMI: Abishaa Vengadeswaran

 

Use Case 3 –
From Knowledge to Action – Support for Molecular Tumor Boards

In einem Molekularen Tumorboard (MTB) laufen alle klinischen Informationen und molekularen/genetischen Untersuchungsergebnisse eines Patienten zur interdisziplinären Entscheidungsfindung zusammen. Ziel des Use Case 3 ist es die Nutzung der Daten innerhalb der MTBs zu optimieren, was unter anderem die Identifikation wirksamer und erfolgsversprechenden Therapieoptionen erleichtern soll. Dies geschieht im mit Hilfe von bioinformatischen Werkzeugen und harmonisiertem Datenaustausch.

Verantwortliche IMI: Michaela Neff

 

Use Case – Rollout SE

Im Rahmen des MIRACUM Konsortiums wird ein Diagnoseunterstützungssystem für Seltene Erkrankungen basierend auf verteilten klinischen Daten entwickelt. Das System berechnet die Ähnlichkeit zwischen Patientendaten, die bereits diagnostiziert worden sind und vergleicht sie mit einem nicht-diagnostizierten Fall. Somit kann dem Arzt ein Hinweis auf eine mögliche Diagnose gegeben werden. Primäres Einsatzgebiet sind die Zentren für Seltene Erkrankungen an den MIRACUM-Standorten.

Verantwortlicher IMI: Dr. Jannik Schaaf

 

Use Case – RECUR

Im Rahmen des MIRACUM-Konsortiums wird ein Register für Harnsteinerkrankung der Niere und des Harnleiters erstellt. Das geplante Register soll dabei helfen, die Patienten zu identifizieren, die am meisten von spezifischen Behandlungen und vorbeugenden Maßnahmen profitieren. Für unmittelbar von Patienten bereitzustellende Parameter werden validierte Fragebögen verwendet, die dem Patienten über eine Patienten-App zur Verfügung gestellt werden. Daten dieser App werden über eine Schnittstelle in die lokalen Krankenhausinformationssysteme eingespielt und unter Berücksichtigung der Datenschutzvorgaben in die Forschungsdatenrepositories der Datenintegrationszenren integriert. Das geplante Register wird die Versorgungsbedingungen für Patientinnen und Patienten mit wiederholt auftretendem Harnsteinleiden langfristig verbessern.

Verantwortlicher IMI: Dr. Jannik Schaaf

Zugeordnete Mitarbeiterin IMI: Michaela Neff

 

CC-FS –
Connector Component – Federated Search

CC-FS wurde am MIRACUM Standort Frankfurt als Teil einer MIRACOLIX Toolsammlung entwickelt und ermöglicht den Benutzern aus den verschiedenen MIRACUM-Standorten, eine föderierte Suche durchzuführen. CC-FS stellt die erforderlichen Funktionen bereit, um ein lokales Datenintegrations- und Datenerkundungs-Repository in ein Verbundnetzwerk zu integrieren.

Verantwortliche IMI: F. Betül Altun

Zugeordneter Mitarbeiter IMI: Michael Folz

 

MDR – Meta Data Repository

Innerhalb des MIRACUM-Konsortium soll das M-MDR grundlegend zur standortübergreifenden Harmonisierung der Dateninhalte innerhalb des Konsortiums dienen. Das zentrale M-MDR beinhaltet die Kerndatensätze der Medizininformatik-Initiative und soll durch die Erweiterungsmodule im Rahmen des MIRACUM Projektes je nach Bedarf Use Case abhängig ergänzt werden. Dieser harmonisierte Datensatz kann anschließend für das Formulieren von Anfragen genutzt werden. Folglich stellt dieser ein zentrale Komponente für die standortübergreifende, föderierte Suche dar. Weiterhin soll die institutionsübergreifende Datenintegration und Datenaustausch durch die Unterstützung des zentralen M-MDRs vereinfacht werden.

Verantwortliche IMI: Abishaa Vengadeswaran

Zugeordnete Mitarbeiter IMI: Michael Folz, F. Betül Altun

 

ProSkive –
Projektskizzenverwaltung

Im Rahmen des MIRACUM-Konsortiums wird die Entwicklung der Projektskizzenverwaltungssoftware (ProSkive) vorangetrieben. Ziel ist es den Prozess, welcher mit der Beantragung von Biomaterialproben oder der Abfrage von Daten zu Patientenkohorten für Forschungszwecke verbunden ist, mithilfe einer Softwarelösung für den Beantragenden und Verwalter vom Antrag bis zum Projektabschluss komplett digital abzubilden, transparent zu machen und benutzerfreundlicher zu gestalten. Um dies zu erreichen wird auf innovative Methoden und Technologien zurückgegriffen.

Verantwortliche IMI: Martin Pinnau, David Reinert

 

 

CORD

MII Cross-Consortial Use Case Collaboration on Rare Diseases

20 Universitätskliniken und weitere Partner haben sich im Projekt CORD-MI (Collaboration on Rare Diseases) deutschlandweit zusammengeschlossen, um die Patientenversorgung sowie die Forschung im Bereich der Seltenen Erkrankungen zu verbessern. CORD-MI wird seit Februar 2020 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit knapp sechs Millionen Euro für zwei Jahre gefördert. Das Projekt baut auf den Infrastrukturen der Medizininformatik-Initiative (MII) des BMBF auf und umfasst alle in der MII geförderten Konsortien. Ziel ist, bundesweit anfallende Informationen zu Seltenen Erkrankungen aus Diagnostik, Behandlung und Forschung gemeinsam datenschutzkonform nutzen zu können, um die Situation für die betroffenen Patient*innen zu verbessern und die Forschung an Seltenen Erkrankungen zu stärken.

Gefördert 01.03.2020-28.02.2022 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Verantwortlicher IMI: Dr. Jannik Schaaf

Zugeordnete Mitarbeiterin IMI: Michaela Neff

Projekt-Website: https://www.medizininformatik-initiative.de/en/CORD